Die Presse schreibt in Wildungen-Reinhardshausen:

 

Die Sängerin wagt das schwierige Unterfangen, alte, knorrige Luhtertexte in swingenden Jazz- und Blues-Rhythmen vorzutragen. Dies gelang ihr tadellos. Mit ihren Psalmvertonungen - vor allem mit der musikalischen und sängerischen Umsetzung der Werke - meistert Felicia Friedrich einen schwierigen Balanceakt. Gekonnt und mit viel Respekt vor den Bibelworten singt sie Blues-Rhythmen, in denen swingender Drive mit Andacht und Innigkeit eine so selten zu hörende musikalische Verbindung eingeht. So erlebten die Konzertbesucher in der Lukaskirche eineinhalb Stunden lang Kirchenmusik in einer ebenso ungewöhnlichen wie besonders hörenswerten, schönen und wohlklingenden Form.

Die Interpretin ihrer eigenen Kompositionen hatte das Glück, mit Jörg Siebenhaar (Klavier/Akkordeon), Konstantin Wienstror (Bass) und Dirk Leibenguth (Schlagzeug) ein Trio an ihrer Seite zu haben, das sich einfühlsam auf die ungewöhnlichen Psalmvertonungen einließ.

Felicia Friedrich trug ihre Kompositionen erstaunlich wandlungsfähig vor, war in jeder Sekunde ihrer Vorträge sichtbar in ihrem Element. Die Zuhörer waren berührt und überzeugt: Da steht eine Frau, die glaubt, was sie singt. Der ausgewogene harmonische Klang und der mitreißend frische Gesang erinnerten immer wieder an die Stimmen schwarzer Blues- und Spiritualsängerinnen.

Sie präsentierte sich mit den Psalmgesängen als anspruchsvolle Interpretin "weißer Gospels". Dies machte ihr offensichtlich genauso viel Spaß wie den Bsuchern. "Ich freue mich ganz toll, dass ich heute die Psalmen in meiner Heimatstadt singen kann." nach Beifall, der kein Ende nehmen wollte, trug die Sopranistin als Zugabe ihre wunderschöne Version von "Wer nur den lieben Gott lässt walten" vor.

WLZ 3.11.2008